einer Erinnerung zufolge

Zeit, die ich sicherlich habe

rinnt, fließt, treibt,

zerreibt es zwischen meinen Finger_spitzen

 

es zittern

die Wände, die Schränke, das Bild

von uns

 

das Gebilde

was geformt aus Erinnerungen nun halb verschüttet

wie zerbröckelte Momentaufnahmen

 

scheinbar abstrakte Kunst wo doch immer Impressionismus

wo doch Tuperln, sanfte Töne, umspielte Landschaft einst

jetzt grell und laut, bald frei von Form

 

nur ewiger Streit,

ein Kleinkrieg aus Wort_fetzen und Grimassen

bis zur Entstellung vom Einst

 

drum schließ ich die Augen, denn zu fiel die Tür

drum umklammere ich die versprengte Zeit

haltloser Augenblicke

 

die waren

nicht sind

wohl nie sollten sein

hier_kaum_mehr

stete Tropfen um mich rum

die Glocke

Schläge zerstoßen die Gedanken

schon zerfallen

kaum begriffen

fast formuliert

und dann die Glocke

diese Uhr

die Zeit

 

es rast die Zeit_im Stillstand schon

ich weiß alles_ich erinner nichts

du bist mirs wert_wer warst du gleich

immer so voll von Gefühl_dumpf, stumpf, grau in mir

 

da war noch was

ganz sicher

bestimmt

 

voller Erwartung_was soll wohl noch sein

der Weg ist das Ziel_im Kreis nur umher

 

ich werde es tun_was fällt mir nicht ein

 

die Vögel sie zwitschern

die Wagen sie rolln

die Bäume sie winken

es tropft irgendwo

 

 

 

ich soll dich schön grüßen…

… und ich werde das auch immer tun

… in der Stille

… mit aller Kraft

… aus tiefster Seele

… lauthals lachend

… tanzend

… singend

… in Gedanken

… schweigend

… für mich

… an dich

 

… auch wenn du sie nicht mehr bekommen kannst

… so schicke ich sie doch

… Jahr für Jahr

… und Tag für Tag

… ich möchte schön grüßen

… für immer und jetzt

 

ich mag ja Kaffee ganz gern

und wieder sie zwitschern

die Vögel

und laut da lachen

die Kinder

es neigen sich drohend

die Bäume

verwirbeln sich wild

Blumen und Haar

 

nur leider da rauscht

der Verkehr

es wackeln die Gläser

im Schrank

es bebt bald die Wand

vibriert schon der Tisch

erzittern die Seiten im Buch

 

ich mag ja Kaffee am Morgen

und schließe die Fenster

 

bei Sonnenschein und Trübsal blasen

Das Leben hat Kurven, Stolpersteine, Kanten, Mauerwerk, reißende Ströme, Berge und Löcher…

drum nimm meine Hand

ich greife nach deiner

so dass wir einander aufrichten, uns hochhelfen, die Luft uns teilen bevor sie noch ausgeht, uns stärken und schützen, uns stützen und halten…

 

 

 

so hinter Glas und in Gedanken

Stunde um Stunde verbracht mit Lesen

mit Sehen

mit Erfahren

mit Erleben

mit Dazu_Lernen

 

und jede Erkenntnis bringt neue Fragen

bringt die nächste Aufgabe

aber auch die kommende Gelegenheit

 

um zu verbringen Stunde um Stunde mit allem erneut

mit dem Erweitern des Bildes

dem Finden von Neuem

dem Erkennen von Altem

 

denn man lernt nie aus

und so sollte es sein

 

 

früh_gedanken (2)

nun da endlich ist

 

Sonnenschein und Milde

Vogelgesang und KöniginnenGesurr

Nestbau und Bausuche

erste BlütenFarbtupfer neben vergessenem Herbstlaub

LebensWiederbeginn in einem fort

 

werden auch wir sein

im Aufblicken

im Durchatmen

im Zueinanderstehen

im Warten auf Bald

 

an dich denken

wenn der Moment näherrückt

da Du gingst

gehen musstest

da Du mich und uns alle

in dieser Welt zurückließt

sind sie stets dunkler

die Tage

 

denn dann

denn nun

in diesen leeren Tagen des Jahres

zu diesem Jahrestag

an den ich nie zu denken hoffe

den ich nicht vergessen kann

stürzt das Vermissen wieder auf mich ein

 

Du warst einer der liebsten

der wichtigsten Menschen

nicht nur für mich

und so trage ich Dich im Herzen

in Erinnerungen

die ich niemals zu vergessen gedenke

nicht vergessen will

 

und drum ist es fast leise das Gefühl des Verlusts

doch nun an diesen Tagen

bevor

kann ich nicht an Dich denken

ohne dass es schmerzst

ohne das Vermissen

ohne dass Du fehlst

 

 

 

 

 

 

 

 

Holz in Wälder tragen

ich sollte erklären das

schließlich wäre es wichtig zur

erläuterung der sachlage

das alle informationen mehrfach

von allen seiten nicht nur betrachtet

deutlich gemacht werden

hier und heute

jetzt und und sofort

damit ein für alle mal

ohne widerspruch

von dieser oder jener seite

klar werden kann

dass jenes nun zum wiederholten male

in anbetracht der tatsachen

gesagt ist

dass ich mit diesen worten

ganz offensichtlich

vorhaben werde

hölzer in eure wälder zu tragen

auf ein neues

wecker kreischt noch vor dem wohlfühl’n

keine zeit für den kaffee

schnellsten schritts auf eierschalen

schon gleitend, frierend, doch träumend noch

 

termin erreicht in letzten zügen

nur ein mildes lächeln belohnt die müh’n

dann verwirrter blick mit fragenden lippen

zum moment des zögerns unter schwindener hoffnung

 

zum abschluss endlich bloß kopfschütteln mit fingerzeig auf den kalender

da falsche uhrzeit

falscher tag

falscher monat

falsches jahr

 

die brille müsst‘ ich wohl mal wieder putzen

 

 

die sache mit den absichten

sollten sie gut sein

oder besser als die letzten

 

müssen sie hoch hinaus wollen

über allen dingen stehen

 

unvergleichlich sein

unvorstellbar fast

 

vielleicht auch in sich ruhend

ausgewogen und stabil

 

was immer auch sei

wird sicher das richtige

 

und somit auf in das neue

das nächste Jahrzehnt

 

 

unter besuch

der Pott Kaffee

griff_bereit

die Gedanken blitzen

auf

die Finger auf den Tasten

die Worte im Bildungs_

die Finger neben den Tasten

_prozess

und wieder

werde ich angesprochen

 

die Finger unter dem Tisch

der Kopf im Nacken

die Augen gerollt

 

zumindest der Kaffee war bereit

 

 

die Füße

…die tragen (sollen)

werden nicht müde ihren Unmut lauthals mitzuteilen

brennen, stechen, erfrieren, überhitzen

voll Taubheit und Überreiz

nur Schmerz

ob Tag

ob Nacht

 

…und dafür bin ich dankbar

 

…denn Füße

die kaum mehr tragen (können)

werden es noch tun

solange sie jedem, der fragt

das Gegenteil beweisen (wollen)

 

 

neben_bei

hier in erhobenen kellerräumen

sitzen wir und reden

große worte

für noch größere gedanken

wichtige einsichten

hinter verschlossenen türen

umgeben von spiegeln

 

und neben uns in gutbeleuchteten kellerräumen

sitzen sie und reden

wiederholen sich wie wir

über ihre großen gedanken

über ihre wahrheiten

über sicherlich wichtiges

hinter nicht minder verriegelten toren

 

und nie werden wir uns begegnen

nie austauschen

nie voneinanderlernen

können

 

denn türen und köpfe gehören geöffnet

gehören bereit

willig auch zu erfahren

was man nicht kannte

nicht kennen kann

 

 

 

 

weg_Weiser

nun gibt es Schilder

endlich

keine Möglichkeit mehr sich zu verlaufen

wenn man bleibt auf vorgegebenen

auf ausgetretenen Pfaden

der Wald geformt

die Wege zu den interessanten Stellen nur

mit Sitzbank und Ausguck

 

denn nun gibt es Schilder

gibt es Wandrer

überall

man trifft sich

man grüßt

auf ausgetretenen

auf festgelegten Pfaden

mit klarem Ziel und ohne Umweg

 

mit_Leben

nicht nur über_leben

nicht mehr nur kämpfen, schreien, sich verzehren

nach all dem was_wohl_mal_war

nach was_doch_aber_eigentlich_sein_sollte

sondern ein mit_Leben

mit dem was_nun_ist

mit was_noch_sein_wird

ohne Angst vor dem was_sein_könnte

 

nicht immer so einfach

auch_in_Ordnung

geht jedem so_jedem_so, auch denen ohne_Erschwernisse

nur zugeben werden es die wenigsten

auch normal

 

nichts_zum_vergleichen

schwer_zu_verstehen

nicht nötig

fast ein_mit_leben

dieses Leben damit

 

zur Feier des Tages

nu setz es auf

das Lächeln

fröhlich soll die Runde sein

wird sie sein

bestimmt, wenn mit zugekniffenen Augen betrachtet

also aufgesetzt das Gesicht

zur Schau gestellt nur Frohsinn

das Gefühl muss folgen

wird es sicherlich

denn feierlich wird gleich gegrüßt

getrunken und gelacht

Tageswerke müssen ruhen

nur Leichtigkeit gedacht

 

ein gedanke, nenn es dankbarkeit

für all die kleinen dinge

für alles große

für die lieben

für die liebsten und unliebsameren (mit-)lebewesen

für die verantwortung

für das vertrauen

für die hilfe

für die guten erfahrungen und auch die weniger guten

für das bekannte, erkannte, fremde und das ungewisse

für jeden moment der war

und noch kommen kann

 

 

tRäume

ich erblicke dich

…perfektion

da niemals ganz, da mehr als zuviel

…und da standest du

…und da wiegte dein haupt

…und da sang dein leib

…und da bebte meine stimme

 

…und

 

…dann war ich abgelenkt

durch einen gedanken

oder auch zwei

und alles was war, was blieb, was je sein würde

ein schatten, ein schein, eine erinnerung

mein wunsch

ein traum

 

in Erwartung der Stille

im Hoffen auf, beim Erwarten dass, dem Sehnen nach

einer Stille, meiner Stille

ohne Stillstand

einatmen

 

und über mir des Nachbarn Schritte

und neben mir das Kühlschranksurren

und um mich rum der Straßenverkehr zu nah

eins, zwei

 

ein stetig beben

ein ständig vibrieren

ein haltloser Lärm

ausatmen

 

ein senken, versenken, versinken in sich

in mich

für’s erste

ruhen

 

 

 

das Gemüse im Ausguss versenkt…

das war der Anfang

 

vom fallen und fallenlassen

vom zerreißen und platzen

vom schütten und verschütten

vom vergessen und verpassen

 

nur einer dieser Tage

 

zum liegenbleiben und stehenlassen

mit dem Kopf in den Händen und dem Kiefer verkrampft

mit noch vor dem Frühstück am liebsten zum Bett

und es war gerade erst 9:15Uhr

 

Schatten_Lichter

es ist schwer zu beschreiben

beinahe unmöglich

denn kaum verständlich

meist nie verstanden

selten gesehen

nur aus dem Augenwinkel

 

ja und die Welt vibriert

oder bin ich es

nein, nur der Verstand

 

ja und die Zeit steht still

nein, sie zerriss

zersprang erst gestern

gerade eben

vor vier Jahren

 

und ich sehe dein Lächeln

lausche den Worten

erkenne dich nicht

doch du bist meine Freundin

 

ja und ich weiß es

nein, ich bin nicht

ich war nie

werde nie mehr

sein so wie einst

 

denn es ist schwer zu beschreiben

und nie zu verstehen

im Schatten versteckt vor dem Winkel der Augen

brüchig

Gedankentürme

aus Wortmauerwerk

mit Silbenmürtel

umgeben von See

 

den Mund fest verschlossen

es hebt sich die Brust

ich schließe die Augen

und

tauche

hinein

zu wehren der Monster

die wallend, die tobend

bedrohen

das H a u s

 

denn Gedanken, wie Hoffnung, wie Träume, wie w i r

sind stark, doch zerbrechlich

sind groß und zu klein

wenn gar achtlos betrachtet

fast haltlos

schon S

t

e

i

n

 

 

 

 

 

 

 

 

schon wieder besseren Wissens

und dann kommen die,

die es besser_wissen

im Mantel des gutgemeinten Ratschlags

in der Deckung der helfenden Hand

und ich greife danach

und ich schlage danach

und ich suche danach

und verstecke mich davor

und wider besseren Wissens

mit vor Stolz gesenktem Blick

im selbst_gewählten Widerspruch

schlage auch ich ja Rat und Räder

Gedankensplitter

einst erwachte ich und hatte die Zeit verlegt

den Raum verkannt

wie blind gezogen

durch unbekannt bekanntes Feld

mit nicht mehr neu entdecken

mit immer neu vergessen

 

einst erwachte ich verloren im Raum

verschluckt in der Zeit

nein, nicht in der Zeit

daneben, dahinter, davor

zeitlos mit Momenten wie Tagen

mit Tagen zersplittert in Momenten

 

einst erwachte ich

am Ende vor dem Beginn

und wieder von vorn

und nie mehr zurück

dem weißen Kaninchen hinterher

oder verfolgte es mich?

 

 

 

 

vom Schnattern…

ich kann dich hören und die Vögel

sie zwitschern gar wild

unterhalten sich

über die lieben Kleinen

übers Wetter

die Nestgestaltung

die Nahrungssuche

das Jetzt

das Nachher

 

und du…

du hast auch was gesagt

hast geträumt

geschäumt

mit Blumenranken beschmückt

 

und ich half beim Blumen pflücken

 

 

es gibt da so Tage

es gibt da so Tage

so Momente

nicht viele

zum Glück

 

was?

nein das kann nicht sein

oder doch?

wenn du das sagst, muss ich dir wohl glauben

 

und dann brannte das Zimmer

ja aber nur beinahe

und dann flutete ich die Wohnung

ach, so oft kam das nun auch noch nicht vor

 

woran sollte ich denken?

wie sah es noch gleich aus?

muss ich das wissen?

sollte ich das erinnern?

 

und wer ist diese Frau?

die zerfallene Frau da drüben

da fast ganz nah

da im Spiegel vor mir

 

denn es gibt da so Tage

die gehören dazu

doch sind es nur Tage

nur Momente, nur Ausschnitte – nicht alles, nicht immer – nur so Tage, nur so fast

weiter, weiter

ich dreh‘ mich nicht um

denn ich seh‘ nicht um mich

sonst müsst‘ ich erblicken

was mich würd‘ halten zurück

 

drum geh ich nur vorwärts

und bleib niemals steh’n

denn ich könnte erstarren

und nie mehr weitergehen

 

doch es soll nur nach vorne

und niemals zurück

kein Zweifeln erlaubt

beim Suchen, beim Finden, beim Hoffen, beim Träumen…

 

 

nach_sinnen

nun da die Kraniche zurück sind,

erinnere ich mich meiner liebsten Zeit

nun da die Störche ihr Nest erneut bestücken,

sinne ich mich nach damals

 

und es ist ein Suchen und Sammeln

ein Herzen und Wachen

ein Teil vom Ganzen

ein Lüftchen im Haar

 

eine Erinnerung an Vergangenes

ein nun mehr Beobachten, ein Lauschen, ein Ahnen

und auch wenn es nie mehr wird sein, wie es einst war

es ist und bleibt ein Hochgefühl

 

man sagt

man sagt so viel und meint noch mehr

 

man sagt man ist und meint man war

man sagt man sei und denkt man wär

man sagt man kann und träumt man könnte

man sagt man wird und hofft man würde

man sagt man muss und wünscht nur müsste

 

man sagt… man sagt…

man sagt so viel, wenn der Tag nur lang genug ist

 

bisweilen

und so für ein Weilchen

gelegentlich streckenweise

getragen im Augenblick

 

denn nur mitunter zuweilen

recht kurzfristig

gehalten in Momenten

 

das so fliehende Hochgefühl beim Erblicken

bald kommender, schon ziehender

zügig mit Wortspiel versehene Störche im Gleitflug

alles im nichts

in dem halbgefüllt zerbroch’nen Glas

ruht brodelnd nebelklares Wasser

 

im bedrückend leichtem Gang

wiegt dies erstarrte Sein

 

zwischen bunt begrauten leeren Unmengen

liegen offen die zu weit unbekannten Größen

 

und in all so wicht’gen Kleinigkeiten

verlieren sich gefund’ne Wünsche

offenbar_

offenbar ist es offensichtlich

heißt es ist richtig

es ist bekannt

es ist klar und eindeutig

 

heißt es, es ist offen?

soll es heißen, es ist so gemeint?

ist es ein Ist?

muss es nicht doch eher Scheint?

 

offenbar scheint es offenkundig

sollte es in aller Munde

gehört es bedeutsam

und endet auf _ung

von Amseln

ja und mich begleitet ihr Gesang,

ihr Hallo in alle Richtungen,

ihr Willkommen bei uns,

ihr Schön, dass auch du hier bist.

und ich grüße zurück

 

ja und der Gesang wird reicher,

wird voll-mundiger, wird viel-töniger,

wird lauter vom Hier und verspielter vom Da,

wird nun sein und endlich werden.

und ich singe zurück

 

 

 

(fast noch) in der Frühe

und nun sitze ich hier und genieße den Morgenkaffee

in der Morgensonne

umgeben von Morgenkälte

 

und nun sinne ich all dessen

was da ist gut und beschaulich

was da gehört niemals vergessen

 

und nun umspielt die Lippen ein Lächeln

ein Glänzen im Auge

ein Öffnen vom Geist

 

und schon zieht herauf der düstere Himmel

der beißende Wind

die Gewissheit vom Müssen, von Alltag, von Pflicht

 

und kurz will es fallen

das Lachen in mir

mich trüben, bedrücken, beengen und mehr

 

und doch wird es Sein ein Morgen wie immer

und doch ist es gut, auch wenn es nichts nutzt zu hoffen, zu bangen, zu warten aufs Neu

und ein Schluck noch vom Kaffee, ein Blick hin zur Sonne, ein Freuen des Zwitschern der Vögel im Strauch

 

und bald schwindet der Morgen

wie Stunden im Glas

nun will ich ihn starten

letztendlich den Tag

 

 

ja, aber

so ganz im Vertrauen, aber bitte verrate es nicht, behalte es einfach für dich…

denn man hat mir erklärt, denn ich habe gehört, denn ich glaube sehr dass.

 

aber sag nichts dazu, du verstehst es ganz falsch, so reg dich nicht auf…

denn sie hat mir gesagt, denn er hat es gemeint, denn wir haben entschieden.

 

klar hast du recht, ich verstehe dich voll, doch bitte bedenke…

sag es nicht weiter, es geht keinen was an, ich vertraue nur dir.

 

ja, glaub es, sie hat glatt gedacht und dann ich… und dann er… und also wir…

was weißt du denn schon, wir bitten dich sehr, so hilf uns doch bloß, behalt es für dich.

 

kein Für

kein Wider

ein immer immer Wieder…

früh_Gedanken

… und wenn also das Leben nur noch von vergessen geprägt scheint und alles, was bleibt lediglich ein Nachbeben, ein Schatten im Augenwinkel, ein ungreifbares, ein unbegreifbares Etwas… bloß ein Gefühl ist, dann soll dies auf immer ein positives bleiben!

… und so wird es im Herzen getragen werden, in den Augen zu finden, vom Mund abzulesen sein,

… denn ich möchte es teilen,

… dann wird es bewahrt.

… und wenn also mein Leben vergisst, so wird es doch gelebt und geliebt

das postive Gefühl…

mit dir

Mit dir als Vorbild

 

Bin ich eins mit der Welt

Sehe ich klarer denn je

Habe ich den Mut voranzuschreiten

Durchströmt mich Kraft

Will ich höher hinaus

Werde ich immer ehrlich sein

Kann ich den Lieben, den Bekannten, den Fremden entgegentreten

 

Kann Lachen, darf Weinen

Bleibe stark

Bin schwach ohne Reue

Habe Geduld, nehme mir Zeit

Werde leben im Hier, im Jetzt, nie zurück, stets nach vorn

 

Mit dir als Vorbild könnte ich so vieles…

Wie zahlreich

Wie zahlreich sind doch die Dinge,

 

die ich begehr – deren ich nicht bedarf

die da erscheinen überwältigend interessant – die da werden allzu leicht übersehen

die da sind so klar – die stets bleiben unverstanden

die da gehören übergroß – die sind mehr Schein als Sein

 

 

die leuchtend – die blendend

die notwendig – die nutzlos

die traumhaft – die verzerrt

die Hin – die Her

 

die weder schwarz noch weiß

die da grau in grau

die da alle sind menschlich

und nun endlich

und der Blick stiehlt sich durch noch halbgeschlossene Lider

sucht den Spalt nun zwischen Beistelltisch und Gehhilfe

sehnt sich nach Licht

 

und der Blick findet den Weg über Deckenwellen im Nachbarbett

noch leicht verrückt von Kabeln und Chrom

von Stahlgerüst und Hartplastik

 

und der Blick zieht hinweg über blau-grau gestreifte Bezüge

schwarze Stuhllehnen

weiße Vorhänge

 

und der Blick findet endlich die mächtigen grün-belaubten Bäume

die da säumen den Weg

die da winken mit wilden Ästen

die da wanken unter bunt-betupften Wolken

die da mich schließlich zum neuen Morgen begrüßen

 

 

ein…

ein Leben hat Kurven – nicht immer sanft, nicht immer im Gleichklang mit den Lebensträumen… mit den Wünschen und Vorstellung…

ein Kreisel allzu oft – ein Strudel gar, ein Sog in Unklare, ins „Wer weiß was kommt?“…

ein Hoffen und Bangen – ein Festkrallen ans Gewohnte, ans doch so deutlich Vorbestimmte…

ein Stoßen auf Hindernisse – auf Mauern, Gräben, aufklaffende Mäuler mit scharfen Zähnen und spitzen Zungen…

ein…

ein Leben hat Kurven – die sanft werden, blickt man nicht nur noch zurück, lebt man im Hier und Jetzt, nimmt man sich dem Neuen an…

ein wieder Träumen…

ein neue Wünsche haben…

ein andere Vorstellungen entwickeln…

ein Recht zu Hoffen…

ein sich nicht nur Fügen – ein Kämpfen für sich und was geliebt wird…

ein niemals Aufgeben…

und ich warte

Ich warte aufs Warten

Auf eine Klärung der Gefühle

Auf die Gefühle selbst

Auf den Moment

Den Zeitpunkt

Festgesetzt und unverrückbar

Das Unaufhaltsame

Das… ich weiß nicht recht

Bin eingefroren im Augenblick mit dem Blick zur Uhr

Gehalten im Warten

Ich warte auf die Zeit danach

Auf wenn ich erneut warten werde

Persönlich – Versöhnlich

Gedankengänge im Selbst

So verwunden diese auch sein mögen

Persönliche Erfahrungen

Im so Etwas wie Schicksal

 

Stets mit Bedacht geäußert

Verpackt, verschnürt, verschüttet in Wortspielerei

Geformt, geschmückt, gegossen in Fragenzeichen, in Wunschvorstellung

Im Hoffen

 

Aus sicherer Entfernung

Im Reden durch die Augen Anderer

Durch anonymisierte Dritte

Wahrheiten erträglich durch Verfremdung, Entpersonalisierung, durch ein Beiseitetreten vom Sein

 

Betrachtungen

Von außen, vom Innen

Spiegelbilder

So fast schon versöhnlich mit dem Sich, der Welt, mit dem was wohl zu Leben heißt

 

nun nach 424 Tagen

das Alles – noch gleich

das Alles – wie es immer war

das Alles – nach altbekannten Rhythmen

all das… es ist nicht mehr

wird nicht mehr

nicht mehr so ganz

 

bloß noch Spuren vom War

schon ausgedünnt, ausgefranst

bald entrückt, verzerrt, verschoben

 

eine neue Realität, ein Schmerz, ein sich-damit-abfinden-müssen

ein vor-antwortlosen-Fragen-stehen

 

eine viel zu laute Stille

eine unerträgliche Leere im voll besetztem Haus

eine unliebsame Veränderung

ein notwendiger Wandel

 

ein nun – immer –  noch

nach 424 Tagen ohne Sie

.

.

.

Katze4

in der Stille

nun

noch zu Gast?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

und es ziehen die Worte

und es ziehen die Tage

vertrieben fast die Dunkelheit

vergangen beinahe die Kälte

 

ein Ahnen von Wärme

ein nahes Summen schon bald

ein Öffnen der Knospen, der Herzen der Welt

 

es ziehen die Tage

es streift die Zeit

es erklimmen Gedanken den Sinn

 

ertastende Worte

ein Sehnen nach Mehr

ein Frühjahrsgefühl

 

G lück en Fühl ler

Gedanken wie Ton

gepflückt, geschnitten, gebrochen

aus Klumpen, aus Blöcken, aus Brocken

 

Gedanken wie Kunst

geplant, durchdacht, doch im Affekt

geformt, gezogen, gestreckt

 

Gedanken in Worte

gefasst, schwer greifbar, vergänglich

in Schnörkeln, in Fetzen, voll Fragen an Dich

 

Gedanken mit Gefühl

durchströmt, überschäumend, lückenlos

bloß still, bloß künstlich, bloß stumm

un_betitelt

unterwegs, weg vom Hier, los vom Sein

auf dem Weg, wagemutig, waghalsig, Wegerich

…wie…

Wegrichtung, Wegunterbrechung, unwegsam

Richtungswechsel, Wegbeschreibung, Ausweg

…immer…

Weggefährte, weg von dir, von mir, von uns

abwegig, ausweglos, Rückweg

…dasselbe…

Umweg, zu Wege bringen

unterwegs, weg von hier, auf dem Weg, zurück zum Wegbeginn

Gedanken_Gang

Das Voranschreiten,

wenn auch nur langsam, verzögert, ausgebremst…

das Weitergehen,

sich dem Unbekannten Stellen, sich Endgegenstämmen, Aufbäumen, Größermachen als man ist…

mutig sein, um Hilfe bitten,

Entscheidungen treffen und daran festhalten, diese verwerfen, wenn angebracht…

sich dem Schicksal fügen, es annehmen, sich darin zurechtfinden, es in die eigene Hand nehmen…

auf dem gesteckten Pfad bleiben, neue Abzweigungen suchen…

Leben.

noch zu Gast?

und wieder in diesem Haus

das da unverändert steht seit 20 Jahren

und nichts ist mehr wie früher

und doch ist alles gleich

 

sie fehlt

 

die Zimmer nun im Wandel

ein Umbruch, ein Austausch

für Neues, für andere Menschen

kein Raum mehr für den Gast

 

nur sie fehlt

 

es gilt auszuweichen, klein machen

bloß nicht stören

bloß niemals stören

zumindest das blieb gleich

 

und sie fehlt

 

ihr Platzt ist leer und wird es bleiben

sie fehlt auch mir und darf nicht fehlen

ists unerhört, unerlaubt, unsagbar gar

die Zeit muss es richten

 

doch sie fehlt

 

Teil der „zu Gast“ Reihe

Katze4 in der Stille

Katze4nun

 

 

 

 

 

 

 

denn

Wie beschreiben

Ein Wimpernschlag

Ein Atemzug

Ein Umschauen

Ein Nichterkennen

Ein Knacken hinter den Augen

Ein Rauschen im Ohr

Ein Bröckeln der Fassade

Ein Ruck

Ein Sog zum Strudel abwärts, seitwärts, niemals hinauf

Ins Unbekannte… Ins Dunkel… Ins  Selbst

Wo bin ich und wann

Ist es bald „wer“

Sprecht mit mir… Haltet mich im Augenblick… Greift nach mir, wie ich nach Strohhalmen

Am Rande des Abgrunds zum Selbstverlust

Surreale Normalität

Fantastischer Realzustand

Außerhalb der Momente

Mit dem Wissen um die Ungewissheit eines Seins

Eines Daseins im Verschwinden, in sich selbst verlieren, im Hineinkippen, Hinausfallen, Versinken…

Wie beschreiben…

Kannst Du…

Kannst Du mich sehen

in der Dunkelheit umgeben von Licht

 

Kannst Du mich hören

in Frage stellend jede Antwort

 

Kannst Du mich halten

rastlos im Stillstand ohne Ziel

 

und hier sind die Dinge, die ich nicht verstehe

und hier ist die Welt, die mich verschreckt

und dort bist Du

 

Kannst Du

Kannst Du all das

was ich nicht kann

 

zweifel_los

Stetes Drängen der immer gleichen Gedankenkreisel.

Ein Aufreihen… ein aneinander Reiben…

Ein Zusammenwürfeln… ein Verschieben…

Dann ein Knirschen… der Zerfall…

Und wieder von vorn.

 

Von vornherein…

Ein beständiges Fragen, ein Hinterfragen mit Zwischenfragen ohne Halt…

Ein Widerhall… ein Missverstehen…

Dann ein Knacken… der Zerfall

 

zweifelsohne… zweifellos… zweifelsfrei…

…Selbstzweifel…

 

Wie ein Leben mit angezogener Handbremse, wie ein Rollen im Leerlauf, wie das Fahren mit Notbereifung… stets mit Obacht, abhängig, unter permanenter Kontrolle und dem Fuß rechts vom Gaspedal.

 

SehnSUeCHTig

Wartend gehen

auf und ab

ab und auf

 

schweißige Hände

zittrige Finger

knirschende Zähne

Rauschen im Ohr

 

dröhnend

tosend

betäubend

das Herz tobt in der Brust

 

dann DU

 

dein sanftes Lächeln … mein manisches Grinsen

dein strahlender Blick … meine aufgerissenen Augen

deine unterstreichenden Gesten … mein unwirsches Rudern mit den Gliedern

 

kein schweigendes Gespräch

ein Redefluss

mein Redeschwall

ein auf dich niederregnen großer Worte … verschluckt jedes Zweite

 

überschwängliche Nichtigkeiten poltern von den Lippen

ungesagte Notwendigkeit bleibt ausgedörrt auf der Zunge zurück

ein Meer von Gewäsch

 

ein übergroß sein wollen

 

für DICH

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun

in diesem Haus des Zeit s t i l l standes

mit Allem stets am festen Platz

mit dem gleichen Gefühl seit 20 Jahren

ist n u n eine seltsame Ruhe ohne Heimatgefühl

 

noch immer als Gast

noch immer auf ein Zimmer beschränkt

eine D a s e i n s Blase

keine Frage nach damals, heute, morgen

 

geschützte Gefühlswelt

da h i e r ohne Erinnerung an Empfindungen,

die doch sein sollten,

doch fehlen müssten,

die doch zu erwarten wären

 

im A u g e n b l i c k in diesem Haus, diesem Zimmer

bin ich nicht verloren, obgleich stets allein

Allegorie durch die Seelenfenster

Gedankenströme wie M u s i k

fließend, weich, fliehend, sprudelnd, konzentriert

sich im Kreise drehend

un_endlich

un_wirklich

un_überschaubar

wunder_schön

wunder_lich

Gedankenströme w i e Musik

Abrisse im Loop, im Looping mit sich selbst

Aufschrei im Bandsalat, gelockert, gezwängt, verwickelt bis zur Unkenntlichkeit

Sprünge, geschüttert, ausgesetzt, abgebrochen

Nichts, infiziert, zerstückelt, verloren ohne Backup

G e d a n k e n ströme wie Musik

Texte, Sätze, Worte

Wortteile

Wortfetzen

Laute

Nichts

Gedanken s t r o e m e

Katze4

Bei Kerzenlicht betrachet

Die Tage, an denen ich das Gegenüber im Spiegel nicht erkenne,

sind gefüllt mit Fragen.

Und immer dasselbe Gespräch.

Du kennst sie, auch wenn du sie nicht erkennst!

„Warum schweigt sie mich an?“

Sie hat keine Sprache. Die hatte sie nie. Die brauchte sie nie.

„Verstehen wir uns an anderen Tagen? An den Tagen, da ich sie erkenne?“

Nein.

„Ich möchte sie aber verstehen. Ich will, dass wir uns verstehen. Ich möchte sie fragen, ob es ihr bald besser geht, ob sie bei mir bleibt, ob sie bei mir bleiben will.“

 

Vor dem Fenster tobt der erste Frühjahrssturm.

Ich sitze im Halbdunkel.

„Wieso erkenne ich sie nicht?“

Es ist ja nur manchmal.

„Das ist keine Antwort.“

Du stellst die falschen Fragen.

 

Als ich mich wegdrehe, blitzt es.

Ein Schauspiel im Nacken.

unerreichbar, fliehend, kraftvoll, wunderschön, einzigartig, vergänglich

und immer nur aus dem Augenwinkel, immer nur ein Bruchteil, immer wie leben

„Wie lautet die Frage?“

Willst du es? Willst du dich umdrehen? Willst du es wagen? Wirst du dich trauen?

„Morgen bestimmt…“

m o m e m t mal

erstarrt … verklebt im Fluss der Zeit w a h r n e h m u n g… den Blick stets auf der Uhr

Bewegungen nur noch g e z o g e n… erschwert, verklumpt, versunken… in einem Rennen ohne Pause, ohne Ziel, ohne Sinn

Sinn, Unsinn, Besinnung, SINNLOSigkeit, Sinnbilder

was wollte ich sagen? wo wollte ich hin?

jedes Wort zu viel… und immer im Gespräch

zur Kunst…Sammlung Katze4

Lass doch die Fruchtfliege, Fruchtfliege sein

Viele großartige Bücher beginnen mit einem Zitat.

Wobei dann meist einem angesehenen Menschen mit seinen ebenso ansehenswerten Aussagen gehuldigt wird.

Um also meine Großmutter zu zitieren: „Morgen fangen wieder hundert Tage an.“

die erste Party

Wenn man Fünfzehn ist, gerade erst einem Jugendverein beigetreten – man sollte wohl sagen „wurde“, denn wirklich freiwillig, trat ich dem JugendRotKreuz damals nicht bei – und die erste richtige Party ins Haus steht, so ist man voller Erwartungen.

Erwartungen über das wer und wie und was…und natürlich darüber, ob das nun endlich die alles entscheidende Leben verändernde Erfahrung wird, von der sicher jeder Teenager träumt.

Nein, nicht gleich wilder Sex auf dem Männerklo, sondern natürlich irgendwas spirituelles, etwas Aussagekräftiges, etwas, an das man sich auch Jahre später noch wohlwollend zurückerinnern kann.

Vermutlich ziehen die meisten Jugendlichen in dem Alter doch das mit dem Sex vor.

Ehrlicherweise sollte an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass trotz meines stets alles überragenden Anspruchs an mich selbst, etwas Besonderes zu sein, irgendwie anders als alle anderen, vielleicht sogar besser, weil doch immerhin tiefgründig, hätte auch ich die Nummer mit dem Sex allem spirituellem Tiefgang vorgezogen.

Aber das hätte ich damals nie zugegeben, wollte ich doch so unbedingt außergewöhnlich sein.

Was von meiner, doch recht verschwommenen, Erinnerung noch übrig blieb, waren die weniger spirituellen, aber umso schlechteren Horrorfilme, ne ziemlich üble Mischung Alkohol und der Trennungsversuch Mayas von ihrem Verehrer – der Erste von vielen.

So gegen 1Uhr an dieser viel zu warmen Januarnacht des Milleniumjahres kuschelte ich mich schließlich selig betrunken in meinen Schlafsack und ließ die lausige Party, Party sein. Wäre nicht ein hacke dichter, leider nur noch Unterhosen tragender Junge schwungvoll auf mich drauf gesprungen, ich hätte die nachfolgenden neun Jahre vermutlich ganz anders zugebracht…

Wie ich inzwischen aus reichlicher Erfahrung sagen kann, ist es überhaupt nicht hilfreich einem recht angetrunkenen Menschen auf den Bauch zu springen und ihn so aus seinem wohlverdienten Erholungsschlaf zu reißen – nicht dass mir danach noch mal jemand solch einen Weckgruß bereitet hätte, aber ihr wisst, was ich meine.

Auf dem Damenklo ließ ich mir die ganze Party dann noch mal durch den Kopf gehen, zweimal, wenn’s man genau nimmt, nur um dann festzustellen, dass die ganze Bande mittlerweile am pennen war.

Alle, bis auf einen sehr nüchternen, weil zu spät erschienenen, Metaller Mitte zwanzig, der mir nur einen einzigen Blick zuwarf, bevor er sich der anderen, auch noch nüchternen, weil damals Antialkoholikerin, Person zuwandte, auf die er, wie ich später erfuhr, ein Auge geworfen hatte.

Nur ein einziger Blick und ich wusste genau, nur er ist dazu in der Lage meine Welt vollkommen auf den Kopf zu stellen, mich auseinander zunehmen und Stück für Stück neu zusammenzufügen, mich mitzureißen, egal was auch passieren möge und mir das Herz zu brechen, so oft es ihm beliebt.

Nur ein einziger Blick und ich war verloren.

***

[…]

zum Rest der Geschichte

ohne Sein

in Momenten da ich kaum noch bin

entleert, entrückt, vertrieben

ohne Sein, kein Dasein

 

der Geist verkleb

die Gedanken im Nebel

 

reduziert

 

verloren die Sprache

alles verlangsamt, lang gezogen, zusammengestaucht

das Sein ohne Sinn

 

die Gedanken ohne Sprachrohr

zerstückelt, verwirbelt, laut und grell

 

am Anfang der Sturm im Kopf

im Anschluss ein Vakuum

 

reduziert

 

die neue Normalität

reine Gewohnheitssache, wenn man die Umwelt befragt

in Fragen gezogene Gespräche

Unverständnis, welches vollkommen verständlich

 

ich denke, also bin ich

was bin ich, wenn ich nicht denken kann?

 

nur Kunst

zur Kunstsammlung Katze4

und wieder

ein dumpfes Pochen

ein Ziehen

ein Brennen

ein sich Ausbreiten

ein Schmerz, dem zu entkommen fast unmöglich scheint

 

ein Auftürmen

ein Dagegenhalten

ein Willensstark-sein-wollen

 

ein Atemzug, dann zwei

 

ein sich Fangen, sich Verfangen, ein Gefangensein

ein Lösen, sich Loslösen, sich Auflösen

 

noch ein Atemzug, dann drei

 

ein sich W i e d e r finden

 

w o l l e n

 

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Wort-Spiel-erei

SELBST

Selbstverständnis                     Verstand

Selbstvertrauen                          vertraut

Selbstzweifel                      zweifelsohne

Selbstwertgefühl                        wertvoll

Selbstbewusst                     Bewusstsein

Selbstschutz                             schutzlos

Selbstlos                                     losgelöst

Selbstzweck                               zwecklos

Selbstsicher                            Sicherheit

Selbsthilfe                                      hilflos

Selbstsucht                                   süchtig

Selbstversuch                                 Suche

Selbstkritik                                       Krise

Selbstmord                                   modrig

Selbstständig                           standhaft

Selbstbild                                      Bildnis

Selbsterkenntnis                   Kunstgriff

zur Kunstsammlung Katze4

Vom Warten

ach wäre ich schon da…. angekommen…. am Ziel

den Weg erfolgreich beschritten…. hinter mir gelassen

nicht abgelenkt vom Leben…. nicht abgekommen vom Pfad

ach wäre ich schon da…. ach wüsste ich wohin…. ach hätte ich ein Ziel

 

zur Kunstsammlung Katze4

Momentaufnahme

Lebe nur im Augenblick sagen sie…

Blicke nie zurück…

Träume nicht nach vorn…

Alles was Bedeutung hat, ist der Moment!

Doch…

Betrachte ihn nicht von allen Seiten… du verschreckst ihn bloß

Halte dich nicht an ihm fest… er verblasst zwischen den Fingern

Teile den Moment mit anderen… so bleibt er im Gedächnis

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