In der Stille

In der Küche sitzend auf ihrem Platz
Im Haus, welches gleich geblieben seit Zwanzig Jahren
Alles an Ort und Stelle
Blind könnte man hier agieren
Unverändert jedes Stück
Fest sind noch immer alle Zeiten

Frühstück 8uhr – die ganze Familie
Mittag 12.30uhr – die ganze Familie
Kaffeepause 15uhr – die ganze Familie
Abendbrot 18uhr – „wer nicht da ist, der nicht mitisst“

Wie fast immer isst er im Wohnzimmer
Wie so oft poltert der Andere noch durch die Stadt
Wie bisher noch nie, wird sie nicht mehr zu Tisch kommen

Der Fernseher dröhnt zu laut im Hintergrund
Der Kühlschrank gurgelt leise
Die Wanduhr geht Fünf Minuten vor
Im Schneidersitz belege ich ihren Platz
Umgeben von lächelnden Gesichtern hinter verstaubtem Glas

Die Realität hat mich nun endlich erreicht

Die Stille ist zu laut

(23.03.2017)

aus Jugendtagen

Die Jugend ist meist so allwissend, daß sie alles weiß, bis auf eines: daß auch einmal die Alten allwissend waren, bis sie wirklich alles wußten. (E. Hemingway)

Ohne Titel

ich du er sie es

wir ihr sie

immer dieselben

nirgends ein Wandel

ich unten du oben

wir am Ende

ihr seid Schuld oder nur sie

oder du oder ich oder wir

vielleicht auch keiner

(19.08.2004)

Wort-Spiel-erei

SELBST

Selbstverständnis                     Verstand

Selbstvertrauen                          vertraut

Selbstzweifel                      zweifelsohne

Selbstwertgefühl                        wertvoll

Selbstbewusst                     Bewusstsein

Selbstschutz                             schutzlos

Selbstlos                                     losgelöst

Selbstzweck                               zwecklos

Selbstsicher                            Sicherheit

Selbsthilfe                                      hilflos

Selbstsucht                                   süchtig

Selbstversuch                                 Suche

Selbstkritik                                       Krise

Selbstmord                                   modrig

Selbstständig                           standhaft

Selbstbild                                      Bildnis

Selbsterkenntnis                   Kunstgriff

zur Kunstsammlung Katze4

Momentaufnahme

Lebe nur im Augenblick sagen sie…

Blicke nie zurück…

Träume nicht nach vorn…

Alles was Bedeutung hat, ist der Moment!

Doch…

Betrachte ihn nicht von allen Seiten… du verschreckst ihn bloß

Halte dich nicht an ihm fest… er verblasst zwischen den Fingern

Teile den Moment mit anderen… so bleibt er im Gedächnis

zur Kunstsammlung Katze4

vom Grübeln

Das Denken ist das Selbstgespräch der Seele. (Plato)

Dumm nur, wenn sie ständig Widerworte gibt und du dich einem steten Streichgespräch mit dir selbst ausgesetzt siehst.

Oft sind es nicht einmal die eigenen Zweifel sondern vielmehr Wiederholungen dessen, was Andere einem einzureden versuchen – man erkennt das an den unterschiedlichen Stimmfärbungen… oder sollte ich mir Sorgen machen?

Wir sind geprägt von unseren Mitmenschen, ob wir wollen oder nicht. Tragischerweise reicht dieser Umwelteinfluss auch ins Erwachsenenleben hinein. Nur dass sich dies keiner mehr eingestehen möchte. Schließlich sollte man als Erwachsener doch über den Dingen und vor allem den Kindereien stehen… Kindereien – Kindheitstrauma… wer sollte das schon unterscheiden wollen?

Für mich ist es immer wieder erstaunlich, wenn ich auf Personen treffe, die dem Dilemma der aus Kindertagen mitgenommenen Selbstzweifel oder schlicht eingeprägten Handlungsmustern mit komplettem Unverständnis gegenüberstehen und sich selbst natürlich vollständig von solch Absurditäten verbal abgrenzen, wenn es doch mehr als offensichtlich ist, dass es ihnen eben nicht besser geht. Und das ist auch vollkommen in Ordnung, egal was man/ihr euch einredet!

Selbstzweifel sind dazu da überwunden zu werden. Doch niemand sollte und kann erwarten, dass das mit dem Eintritt ins sogeannte Erwachsensein getan ist. Das verlangt Arbeit, Selbst-Gespräche und in erster Linie das Wissen darüber, dass sie existieren und verarbeitet gehören.

Gut Schreiben ist fast wie Denken – zuweilen reine Glückssache

Die Idee hinter dieser großartigen Website und dem inkludierten Blog war das Schreiben, das Mitteilen über die eine Geschichte meines Lebens hinaus… ob es gelingt, bleibt abzuwarten…

Kopfweh

sprach  mit dir

und so manch anderem

hörte viel

verstand so wenig

du sagtest was

und sprachst kein Wort

als Kind, ich war kaum 10, da fiel ich mal vom Rad

(10.10.2004)