in Erwartung der Stille

im Hoffen auf, beim Erwarten dass, dem Sehnen nach

einer Stille, meiner Stille

ohne Stillstand

einatmen

 

und über mir des Nachbarn Schritte

und neben mir das Kühlschranksurren

und um mich rum der Straßenverkehr zu nah

eins, zwei

 

ein stetig beben

ein ständig vibrieren

ein haltloser Lärm

ausatmen

 

ein senken, versenken, versinken in sich

in mich

für’s erste

ruhen

 

 

 

das Gemüse im Ausguss versenkt…

das war der Anfang

 

vom fallen und fallenlassen

vom zerreißen und platzen

vom schütten und verschütten

vom vergessen und verpassen

 

nur einer dieser Tage

 

zum liegenbleiben und stehenlassen

mit dem Kopf in den Händen und dem Kiefer verkrampft

mit noch vor dem Frühstück am liebsten zum Bett

und es war gerade erst 9:15Uhr

 

bisweilen

und so für ein Weilchen

gelegentlich streckenweise

getragen im Augenblick

 

denn nur mitunter zuweilen

recht kurzfristig

gehalten in Momenten

 

das so fliehende Hochgefühl beim Erblicken

bald kommender, schon ziehender

zügig mit Wortspiel versehene Störche im Gleitflug

von Amseln

ja und mich begleitet ihr Gesang,

ihr Hallo in alle Richtungen,

ihr Willkommen bei uns,

ihr Schön, dass auch du hier bist.

und ich grüße zurück

 

ja und der Gesang wird reicher,

wird voll-mundiger, wird viel-töniger,

wird lauter vom Hier und verspielter vom Da,

wird nun sein und endlich werden.

und ich singe zurück

 

 

 

(fast noch) in der Frühe

und nun sitze ich hier und genieße den Morgenkaffee

in der Morgensonne

umgeben von Morgenkälte

 

und nun sinne ich all dessen

was da ist gut und beschaulich

was da gehört niemals vergessen

 

und nun umspielt die Lippen ein Lächeln

ein Glänzen im Auge

ein Öffnen vom Geist

 

und schon zieht herauf der düstere Himmel

der beißende Wind

die Gewissheit vom Müssen, von Alltag, von Pflicht

 

und kurz will es fallen

das Lachen in mir

mich trüben, bedrücken, beengen und mehr

 

und doch wird es Sein ein Morgen wie immer

und doch ist es gut, auch wenn es nichts nutzt zu hoffen, zu bangen, zu warten aufs Neu

und ein Schluck noch vom Kaffee, ein Blick hin zur Sonne, ein Freuen des Zwitschern der Vögel im Strauch

 

und bald schwindet der Morgen

wie Stunden im Glas

nun will ich ihn starten

letztendlich den Tag

 

 

(viel) geschafft

ach, was man nicht alles tut, um nicht das zu tun, was man tun sollte…

 

drum freu dich über die geschäftigen Stunden, um zu tun, was zu lang liegen blieb

um zu beachten, was stets vergessen

um zu erkunden, was bisher übersehen

um zu erkennen, was zu oft ignoriert

 

denn wenn man so viel schafft, obgleich man doch bloß etwas anderem auszuweichen sucht, dann doch möglichst all das, was man sonst nicht tut, obwohl es getan gehört…