so hinter Glas und in Gedanken

Stunde um Stunde verbracht mit Lesen

mit Sehen

mit Erfahren

mit Erleben

mit Dazu_Lernen

 

und jede Erkenntnis bringt neue Fragen

bringt die nächste Aufgabe

aber auch die kommende Gelegenheit

 

um zu verbringen Stunde um Stunde mit allem erneut

mit dem Erweitern des Bildes

dem Finden von Neuem

dem Erkennen von Altem

 

denn man lernt nie aus

und so sollte es sein

 

 

neben_bei

hier in erhobenen kellerräumen

sitzen wir und reden

große worte

für noch größere gedanken

wichtige einsichten

hinter verschlossenen türen

umgeben von spiegeln

 

und neben uns in gutbeleuchteten kellerräumen

sitzen sie und reden

wiederholen sich wie wir

über ihre großen gedanken

über ihre wahrheiten

über sicherlich wichtiges

hinter nicht minder verriegelten toren

 

und nie werden wir uns begegnen

nie austauschen

nie voneinanderlernen

können

 

denn türen und köpfe gehören geöffnet

gehören bereit

willig auch zu erfahren

was man nicht kannte

nicht kennen kann

 

 

 

 

weg_Weiser

nun gibt es Schilder

endlich

keine Möglichkeit mehr sich zu verlaufen

wenn man bleibt auf vorgegebenen

auf ausgetretenen Pfaden

der Wald geformt

die Wege zu den interessanten Stellen nur

mit Sitzbank und Ausguck

 

denn nun gibt es Schilder

gibt es Wandrer

überall

man trifft sich

man grüßt

auf ausgetretenen

auf festgelegten Pfaden

mit klarem Ziel und ohne Umweg

 

nach_sinnen

nun da die Kraniche zurück sind,

erinnere ich mich meiner liebsten Zeit

nun da die Störche ihr Nest erneut bestücken,

sinne ich mich nach damals

 

und es ist ein Suchen und Sammeln

ein Herzen und Wachen

ein Teil vom Ganzen

ein Lüftchen im Haar

 

eine Erinnerung an Vergangenes

ein nun mehr Beobachten, ein Lauschen, ein Ahnen

und auch wenn es nie mehr wird sein, wie es einst war

es ist und bleibt ein Hochgefühl

 

von Amseln

ja und mich begleitet ihr Gesang,

ihr Hallo in alle Richtungen,

ihr Willkommen bei uns,

ihr Schön, dass auch du hier bist.

und ich grüße zurück

 

ja und der Gesang wird reicher,

wird voll-mundiger, wird viel-töniger,

wird lauter vom Hier und verspielter vom Da,

wird nun sein und endlich werden.

und ich singe zurück

 

 

 

(fast noch) in der Frühe

und nun sitze ich hier und genieße den Morgenkaffee

in der Morgensonne

umgeben von Morgenkälte

 

und nun sinne ich all dessen

was da ist gut und beschaulich

was da gehört niemals vergessen

 

und nun umspielt die Lippen ein Lächeln

ein Glänzen im Auge

ein Öffnen vom Geist

 

und schon zieht herauf der düstere Himmel

der beißende Wind

die Gewissheit vom Müssen, von Alltag, von Pflicht

 

und kurz will es fallen

das Lachen in mir

mich trüben, bedrücken, beengen und mehr

 

und doch wird es Sein ein Morgen wie immer

und doch ist es gut, auch wenn es nichts nutzt zu hoffen, zu bangen, zu warten aufs Neu

und ein Schluck noch vom Kaffee, ein Blick hin zur Sonne, ein Freuen des Zwitschern der Vögel im Strauch

 

und bald schwindet der Morgen

wie Stunden im Glas

nun will ich ihn starten

letztendlich den Tag