auf ein neues

wecker kreischt noch vor dem wohlfühl’n

keine zeit für den kaffee

schnellsten schritts auf eierschalen

schon gleitend, frierend, doch träumend noch

 

termin erreicht in letzten zügen

nur ein mildes lächeln belohnt die müh’n

dann verwirrter blick mit fragenden lippen

zum moment des zögerns unter schwindener hoffnung

 

zum abschluss endlich bloß kopfschütteln mit fingerzeig auf den kalender

da falsche uhrzeit

falscher tag

falscher monat

falsches jahr

 

die brille müsst‘ ich wohl mal wieder putzen

 

 

weg_Weiser

nun gibt es Schilder

endlich

keine Möglichkeit mehr sich zu verlaufen

wenn man bleibt auf vorgegebenen

auf ausgetretenen Pfaden

der Wald geformt

die Wege zu den interessanten Stellen nur

mit Sitzbank und Ausguck

 

denn nun gibt es Schilder

gibt es Wandrer

überall

man trifft sich

man grüßt

auf ausgetretenen

auf festgelegten Pfaden

mit klarem Ziel und ohne Umweg

 

mir ist nach Zitieren heut (4)

„Mit einer neuen Sprache wird der Wirklicheit immer dort begegnet, wo ein moralischer, erkenntnishafter Ruck geschieht, und nicht, wo man versucht, die Sprache an sich neu zu machen, als könne die Sprache selber die Erkenntnis  eintreiben und die Erfahrung kundtun, die man nie gehabt hat.“

(Ingeborg Bachmann, 1. Frankfurter Vorlesung)