nach_sinnen

nun da die Kraniche zurück sind,

erinnere ich mich meiner liebsten Zeit

nun da die Störche ihr Nest erneut bestücken,

sinne ich mich nach damals

 

und es ist ein Suchen und Sammeln

ein Herzen und Wachen

ein Teil vom Ganzen

ein Lüftchen im Haar

 

eine Erinnerung an Vergangenes

ein nun mehr Beobachten, ein Lauschen, ein Ahnen

und auch wenn es nie mehr wird sein, wie es einst war

es ist und bleibt ein Hochgefühl

 

man sagt

man sagt so viel und meint noch mehr

 

man sagt man ist und meint man war

man sagt man sei und denkt man wär

man sagt man kann und träumt man könnte

man sagt man wird und hofft man würde

man sagt man muss und wünscht nur müsste

 

man sagt… man sagt…

man sagt so viel, wenn der Tag nur lang genug ist

 

bisweilen

und so für ein Weilchen

gelegentlich streckenweise

getragen im Augenblick

 

denn nur mitunter zuweilen

recht kurzfristig

gehalten in Momenten

 

das so fliehende Hochgefühl beim Erblicken

bald kommender, schon ziehender

zügig mit Wortspiel versehene Störche im Gleitflug

alles im nichts

in dem halbgefüllt zerbroch’nen Glas

ruht brodelnd nebelklares Wasser

 

im bedrückend leichtem Gang

wiegt dies erstarrte Sein

 

zwischen bunt begrauten leeren Unmengen

liegen offen die zu weit unbekannten Größen

 

und in all so wicht’gen Kleinigkeiten

verlieren sich gefund’ne Wünsche