und nun endlich

und der Blick stiehlt sich durch noch halbgeschlossene Lider

sucht den Spalt nun zwischen Beistelltisch und Gehhilfe

sehnt sich nach Licht

 

und der Blick findet den Weg über Deckenwellen im Nachbarbett

noch leicht verrückt von Kabeln und Chrom

von Stahlgerüst und Hartplastik

 

und der Blick zieht hinweg über blau-grau gestreifte Bezüge

schwarze Stuhllehnen

weiße Vorhänge

 

und der Blick findet endlich die mächtigen grün-belaubten Bäume

die da säumen den Weg

die da winken mit wilden Ästen

die da wanken unter bunt-betupften Wolken

die da mich schließlich zum neuen Morgen begrüßen

 

 

noch immer noch nichts

Die Augen geschlossen

Die Finger darüber

Das Atmen erschwert

 

Der Kopf liegt im Nacken

Die Aussicht wie immer

Die Muster der Decke schon wieder gezählt

 

Die Nerven gespannt im Warten aufs Neu

Doch die Gedanken noch immer im Wettlauf mit sich

Noch immer nichts Neues

Zu häufig noch nichts